Was ist ein „Deadname“ – und warum man diesen nicht nutzen sollte
- Lizbeth

- 9. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Okt. 2025

In der Auseinandersetzung mit transgeschlechtlichen Identitäten fällt immer wieder ein Begriff: Deadname. Doch was genau ist damit gemeint – und warum ist es so wichtig, sensibel damit umzugehen?
Was ist ein „Deadname“?
Der Begriff „Deadname“ (wörtlich: toter Name) bezeichnet den Geburtsnamen oder früheren Vornamen einer Transperson, den sie vor ihrer Transition getragen hat – also vor dem Coming-out als Transfrau, Transmann oder nichtbinäre Person. Der Begriff betont, dass dieser Name nicht mehr zur aktuellen Identität der Person gehört. Er ist gewissermaßen „vergangen“ – daher auch das Bild des „toten“ Namens.
Einen allgemein anerkannten deutschen Begriff gibt es bislang nicht. Manche übersetzen es mit „alter Name“, andere sprechen vom „Geburtsnamen“ – allerdings greift beides oft zu kurz. Der Begriff „Deadname“ wird daher auch im Deutschen häufig direkt übernommen.
Warum ist es verletzend, eine trans Person beim Deadname zu nennen?
Das Verwenden eines Deadnames ist für viele Transpersonen eine tief verletzende Erfahrung, dieser Name steht oft für eine Phase des Nicht-Gesehen-Werdens, des inneren Kampfes oder sogar der Ablehnung, die sie vor ihrer Transition erlebt haben.
Wer eine Transperson mit ihrem Deadname anspricht, tut – bewusst oder unbewusst – Folgendes:
Ignoriert oder leugnet ihre wahre Identität
Stellt ihre Transition infrage
Erinnert an eine oft schmerzhafte Vergangenheit
Übt (symbolische) Gewalt aus
Manchmal geschieht das aus Versehen, manchmal aus Unwissen – und leider auch bewusst, um zu verletzen oder zu demütigen. In jedem Fall ist es wichtig zu verstehen: Deadnaming ist kein Kavaliersdelikt (rechtlich mag das anders sein)...
„Aber ich kenne dich doch schon ewig so…“
Ein häufiger Einwand lautet: „Ich habe dich doch unter deinem alten Namen kennengelernt. Es ist schwer, mich umzustellen.“ Verständlich – Veränderungen brauchen Zeit. Aber: Respekt beginnt mit Sprache.
Wenn dir jemand sagt, wie er oder sie genannt werden möchte, dann ist es ein Akt der Wertschätzung, das zu respektieren. Niemand verlangt Perfektion – aber die Bereitschaft, es besser zu machen, zählt.
Was tun, wenn ich aus Versehen den Deadname verwende?

Fehler passieren. Wenn du versehentlich einen Deadname verwendest, gilt:
Nicht dramatisieren, aber nicht ignorieren
Kurz entschuldigen, den richtigen Namen verwenden und weitermachen
Aus Fehlern lernen – und dich selbst hinterfragen, warum es passiert ist
Was du auf keinen Fall tun solltest: Den Fehler rechtfertigen oder sagen, die andere Person „soll sich nicht so anstellen“. Damit machst du es schlimmer.
Abschließende Gedanken
Der richtige Name ist kein „Wunschname“ – es ist der tatsächliche Name einer Person. Er zeigt, wer sie ist, wofür sie steht und wie sie gesehen werden möchte.
Ein Deadname gehört der Vergangenheit an – und sollte es auch bleiben.
Respekt bedeutet: Wir begegnen einander auf Augenhöhe. Wir nehmen Menschen ernst. Und wir nennen sie bei ihrem Namen.
Abschließend zu mir persönlich: klar, es ist schwer jemanden mit einem neuen Namen anzusprechen, aber glaubt mir, mit ein wenig Willen ist es absolut kein Problem. Außerdem, wenn ihr über neuen Papst redet, dann nennt ihr ihn doch auch Leo XVI. und nicht Robert Francis Prevost, oder? Ich gebe zu, den vollständigen Namen musste ich auch nachschlagen, Leo XVI. ist doch viel einfacher...
Des Weiteren bitte ich in meinem persönlichen Fall auf jegliche Veränderungen des Namens zu verzichten, Spitznamen für mich fand ich noch nie gut und tue dies weiterhin nicht.
Eure, Lizbeth




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