Katherina Hetzeldorfer: Ein Leben außerhalb der Geschlechterordnung


Im Jahr 1477 verurteilte das Gericht der Reichsstadt Speyer Katherina Hetzeldorfer zum Tode und ließ sie im Rhein ertränken. Sie hatte mit Frauen zusammengelebt und geschlafen, war in der Öffentlichkeit als Mann aufgetreten und hatte in ihren Beziehungen eine Position eingenommen, die nach der Ordnung ihrer Zeit allein Männern zustand. Eine eigene Bezeichnung für das, was man ihr vorwarf, kannte das Protokoll nicht. Die Strafe dagegen war eindeutig. [1, 6] Ich spreche in diesem Beitrag durchgehend von Katherina und verwende weibliche Pronomen. Das folgt der Überlieferung, denn einen anderen Namen, den sie für sich selbst gewählt hätte, kennen wir nicht, und die Quellen sprechen von ihr als Frau. Eine Antwort auf die Frage, wer sie war, ist diese Entscheidung nicht. Gerade diese Frage wird uns noch beschäftigen.
Knapp 550 Jahre später kennen nur wenige Menschen diesen Namen. Dabei gehört Katherinas Prozess zu den aufschlussreichsten Dokumenten über gleichgeschlechtliches Begehren zwischen Frauen im ausgehenden Mittelalter. Er zeigt, wie Obrigkeiten mit Menschen umgingen, die Geschlechtergrenzen überschritten. Und er stellt uns vor eine Frage, die bis heute nicht leicht zu beantworten ist: Mit welchen Worten können wir Menschen beschreiben, die lange vor der Entstehung unserer heutigen Begriffe gelebt haben?
Ein Leben in Bruchstücken
Katherina Hetzeldorfer stammte aus Nürnberg. Um 1475 kam sie nach Speyer, begleitet von einer Frau, die sie als ihre Schwester ausgab. Rund zwei Jahre lebten die beiden dort zusammen, bevor Katherina verhaftet wurde. [1, 6] Erst im Verhör räumte sie ein, dass die Begleiterin keine Verwandte war. Zwischen den beiden bestand seit längerer Zeit eine sexuelle Beziehung. Einzelnen Menschen in ihrem Umfeld gegenüber hatte Katherina die Verbindung offenbar als Ehe beschrieben, mit sich selbst in der Rolle des Ehemannes. [1]
Wie dieser Alltag konkret aussah, lässt sich nur in Umrissen erkennen. Die Aussagen schildern ein männliches Auftreten in Körperhaltung und Verhalten. Mehrere Frauen gaben an, Katherina für einen Mann gehalten zu haben, teilweise sogar noch während sexueller Begegnungen. [1, 6] Zumindest zeitweise bewegte sie sich in ihrem Umfeld also erfolgreich als Mann. Wann dieses Leben begann, ob es bereits in Nürnberg seinen Anfang nahm und wie Katherina selbst darüber dachte, verraten die Quellen nicht.
Dass wir überhaupt so viel wissen, verdanken wir ausgerechnet jenen, die sie hinrichten ließen. Erhalten ist ein deutschsprachiges Gerichtsdokument aus dem Jahr 1477 im Umfang von nur drei Seiten. Trotz seiner Kürze ist es ungewöhnlich detailreich. Der Historiker Helmut Puff hat es wissenschaftlich erschlossen, ediert und ins Englische übersetzt. [1, 2]
Damit ist der Fall für seine Zeit außergewöhnlich gut dokumentiert. Zugleich sehen wir Katherina fast ausschließlich durch die Augen ihrer Richter und der befragten Zeuginnen. Was uns vorliegt, ist keine Lebensgeschichte, sondern die Akte eines Verfahrens, das mit ihrem Tod endete.
Speyer 1477: Eine Stadt, ein Gericht, kein Gesetzbuch
Speyer war im 15. Jahrhundert eine Freie Reichsstadt. Über Leben und Tod entschied hier nicht ein kirchliches Gericht, sondern die weltliche Obrigkeit der Stadt. Puff betont, dass es gerade städtische Regierungen und Landesherren waren, die im Übergang zur Frühen Neuzeit gegen "Sodomie" vorgingen. In ihren Gerichtsakten wurde in Worte gefasst, was man eigentlich für unaussprechlich hielt. [1]
Ein einheitliches Strafgesetzbuch für das Heilige Römische Reich gab es 1477 noch nicht. Erst die Peinliche Halsgerichtsordnung Kaiser Karls V. von 1532, die Constitutio Criminalis Carolina, schuf eine reichsweite Grundlage. Ihr Artikel 116 bedrohte "unkeusch", das "wider die natur" geschehe, ausdrücklich auch dann mit dem Tod, wenn es "weib mit weib" betraf. Vorgesehen war, der "gemeynen gewonheit nach", der Feuertod. [9] Katherinas Prozess fand also zwei Generationen vor dieser Kodifizierung statt. Die Richter in Speyer stützten sich auf Gewohnheitsrecht, theologische Vorstellungen und ihr eigenes Urteil darüber, was die Ordnung der Stadt verlangte. Der Artikel der Carolina zeigt allerdings, dass sexuelle Handlungen zwischen Frauen den Juristen des 16. Jahrhunderts als Verbrechen durchaus bekannt waren.
Ein Verbrechen ohne Namen
Was genau das Verfahren auslöste, wird in der Literatur unterschiedlich gewichtet. Nach einer Darstellung hatte Katherina einem Bekannten anvertraut, dass sie und ihre angebliche Schwester wie Mann und Frau zusammenlebten. Puffs Auswertung der Akte macht jedoch deutlich, dass vor allem Vorwürfe sexuell übergriffigen Verhaltens die Behörden auf sie aufmerksam machten. Dazu gehörten Angebote von Geld für Sex und nächtliches Eindringen in die Häuser von Frauen. [1]
Im Prozess wurden mehrere Frauen befragt. Ihre Aussagen beschreiben Katherinas männliches Auftreten, sexuelle Begegnungen und Annäherungen, teils auch bedrängendes und übergriffiges Verhalten. Diese Schilderungen gehören zur Geschichte und dürfen bei aller berechtigten Kritik an der Verfolgung nicht ausgeblendet werden. Zugleich müssen wir sie mit Vorsicht lesen. Die befragten Frauen standen selbst unter Verdacht. Sie hatten jeden Grund, sich als Opfer einer Täuschung darzustellen und nicht als bereitwillige Partnerinnen. [1] Unter den Bedingungen eines spätmittelalterlichen Strafverfahrens, in dem die Drohung der Folter stets mitschwang, lässt sich die Zuverlässigkeit einzelner Aussagen kaum noch beurteilen.
Besonders ausführlich befassten sich die Richter mit einem künstlichen Penis. Katherina soll ihn aus einem Stück rotem Leder gefertigt haben, vorne mit Baumwolle gefüllt und auf einen Holzstab gesetzt, der mit einer Schnur am Körper befestigt wurde. [1, 6] Für die Obrigkeit war dieses Instrument von zentraler Bedeutung. Es diente zugleich der Verkleidung und der Sexualität, und es ermöglichte Katherina, eine sexuelle Rolle auszufüllen, die ausschließlich Männern zugeschrieben wurde. Puff hält fest, dass sich die Untersuchung fast vollständig auf die Frage konzentrierte, wie Katherina eine männliche Rolle verkörpern konnte. Weibliches Begehren wurde damit in männlichen Kategorien gedacht. [1]
Auffällig ist, dass die Akte das Vergehen nicht mit einem juristischen Begriff benennt. Sie beschreibt die Handlungen ausführlich, gibt ihnen aber keinen Namen. [1, 6] Den Ausdruck "weibliche Sodomie" ("female sodomy") hat Puff selbst geprägt. Er verwendet ihn bewusst, um diese begriffliche Leerstelle für heutige Lesende sichtbar zu machen. Die Quellen jener Zeit setzten stattdessen auf ausufernde Beschreibung. [1] Sein deutschsprachiger Aufsatz spricht treffend von einer "Rhetorik des Unaussprechlichen". [2]
Daraus folgt eine wichtige Vorsicht. Wer heute behauptet, Katherina sei allein wegen ihrer Liebe zu Frauen oder allein wegen ihrer Männerkleidung hingerichtet worden, vereinfacht den Fall. Beides spielte eine Rolle. Hinzu kam die Aneignung einer männlichen sozialen und sexuellen Position. Erst diese Verbindung scheint für die Richter das eigentlich Unerträgliche gewesen zu sein. [1, 6]
Das Urteil
Katherina wurde zum Tode verurteilt und im Rhein ertränkt. Das Ertränken galt als besonders entwürdigende Hinrichtungsart und war in der Regel Frauen vorbehalten. [6] Die Richter bestraften sie damit ausgerechnet in jener Geschlechterrolle, die sie zu Lebzeiten verlassen hatte. Die beiden Frauen, deren sexuelle Begegnungen mit Katherina in der Akte festgehalten sind, wurden aus der Stadt verwiesen. [1]
Nach heutigem Forschungsstand ist Katherina Hetzeldorfer die erste Person, deren Hinrichtung wegen sexueller Beziehungen zu Frauen sicher überliefert ist. [3] Das bedeutet nicht, dass es keine früheren Fälle gab. Es bedeutet nur, dass bislang keine nachgewiesen sind.
Kein Einzelfall
Katherinas Prozess steht nicht isoliert. Schon 1444 wurde in Rottweil eine religiöse Frau namens Katharina Güldin beschuldigt, mit einer Laienfrau das "Laster wider die Natur" begangen zu haben, das man Sodomie nenne. [1] Puff hat in seinen Arbeiten weitere Verfahren aus dem süddeutschen und schweizerischen Raum zusammengetragen, darunter den Fall der Agatha Dietschi aus dem Jahr 1547. [3, 4] Solche Prozesse blieben selten, verglichen mit der Verfolgung von Männern. Sie zeigen aber, dass gleichgeschlechtliches Begehren zwischen Frauen den Obrigkeiten keineswegs unbekannt war.
Fast 250 Jahre nach Katherinas Tod wiederholte sich ihre Geschichte in auffallend ähnlicher Form. Catharina Margaretha Linck lebte unter dem Namen Anastasius Lagrantinus Rosenstengel als Mann, diente als Soldat und heiratete 1717 in Halberstadt eine Frau. Von der Schwiegermutter enttarnt, wurde Linck der Prozess gemacht, in dem auch hier ein künstlicher Penis eine zentrale Rolle spielte. Im November 1721 wurde Linck in Halberstadt mit dem Schwert hingerichtet. [7, 8, 10] Es war die letzte bekannte Hinrichtung in Europa wegen einer sexuellen Beziehung zwischen Frauen. [7, 10]
Zwischen Speyer 1477 und Halberstadt 1721 liegt ein Muster, auf das auch die Literaturwissenschaftlerin Valerie Traub hinweist. Strafverfolgung wegen Beziehungen zwischen Frauen hing auffällig oft damit zusammen, dass eine der Beteiligten sich männliche Attribute aneignete, etwa durch den Gebrauch eines künstlichen Penis. [5] Nicht das Begehren allein brachte Menschen vor Gericht. Es war die sichtbare Überschreitung der Geschlechterordnung.
War Katherina Hetzeldorfer trans?
Aus heutiger Sicht drängt sich diese Frage auf. Ein Mensch, dem bei der Geburt offenbar das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, lebte im 15. Jahrhundert zumindest zeitweise als Mann, nahm die Rolle eines Ehemannes ein und wurde von anderen als männlich wahrgenommen. Das ist eine Geschichte, die wir heute ohne Weiteres im Zusammenhang mit trans Identitäten betrachten können.
Aber dürfen wir Katherina deshalb als trans Mann bezeichnen?
Die ehrliche Antwort lautet: Wir wissen es nicht.
Wir wissen nicht, ob Katherina sich als Mann verstand. Wir wissen nicht, ob sie männlich lebte, weil es ihrem Geschlecht entsprach, weil sie nur so ihre Beziehungen zu Frauen führen konnte, oder weil beides untrennbar zusammengehörte. Ebenso wenig wissen wir, ob sie sich nach heutigem Verständnis als lesbische Frau gesehen hätte. Die Quellen geben darüber keine verlässliche Auskunft.
Zwei Fehler gilt es dabei zu vermeiden. Der erste besteht darin, historischen Menschen ungeprüft moderne Identitätsbegriffe überzustülpen. Der zweite besteht darin, ihnen jede mögliche trans Identität abzusprechen, nur weil ihre Zeit noch nicht über unser Vokabular verfügte. Trans Menschen existieren nicht erst, seit es das Wort "transgender" gibt. Gleichgeschlechtliche Liebe begann nicht mit den modernen Bezeichnungen sexueller Orientierung. Verändert haben sich die gesellschaftlichen Vorstellungen, die Möglichkeiten der Selbstbeschreibung und unser Wissen darüber, wie vielfältig Geschlecht und Sexualität sind.
Die Forschung ordnet Katherinas Geschichte entsprechend unterschiedlich ein. Sie erscheint in Arbeiten zur Geschichte lesbischer Beziehungen ebenso wie in Untersuchungen zur Überschreitung von Geschlechtergrenzen. [1, 3, 6] Ria Brodell hat Katherina in die Porträtreihe Butch Heroes aufgenommen und spricht im Begleittext bewusst von "him/her", also von "ihm/ihr". [6] Auch die Biografin Angela Steidele stellt bei Catharina Margaretha Linck ausdrücklich die Frage, ob dieses Leben als lesbisch, trans oder queer zu verstehen ist, und lässt sie offen. [7]
Vielleicht war Katherina ein trans Mann. Vielleicht war sie eine Frau, die Frauen liebte und eine männliche Rolle bevorzugte. Vielleicht würde sie sich in keiner dieser Beschreibungen wiederfinden. Sicher ist nur, dass sie nicht so lebte, wie es die Gesellschaft von einer Frau erwartete. Und dass die Obrigkeit bereit war, sie dafür zu töten.
Geschichte aus der Perspektive der Verfolger
Eine der bedrückendsten Eigenheiten dieser Geschichte ist die Art ihrer Überlieferung. Wir kennen Katherina nicht aus Briefen, Tagebüchern oder Erinnerungen. Wir kennen sie, weil Menschen sie verhörten, ihr Verhalten bis ins Intimste untersuchten und ihre Hinrichtung aktenkundig machten.
Das Protokoll erzählt ausführlich, was die Richter wissen wollten: sexuelle Handlungen, körperliche Merkmale und die Frage, wie Katherina die männliche Rolle ausfüllen konnte. Was sie empfand, was sie sich für ihr Leben wünschte und wie sie ihre Beziehung verstand, spielte für diese Untersuchung kaum eine Rolle.
Das ist ein Grundproblem vieler Quellen zur queeren Geschichte. Menschen, die außerhalb gesellschaftlicher Normen lebten, hinterließen selten eigene schriftliche Zeugnisse. Sichtbar werden sie für uns meist erst dann, wenn sie mit einer Obrigkeit in Konflikt gerieten. Ihre Geschichten erreichen uns über Gerichtsakten, Verbote und Urteile. Puff beschreibt das Schweigen über gleichgeschlechtliches Begehren zwischen Frauen in Mittelalter und Früher Neuzeit als noch unnachgiebiger als jenes über Männer. [1]
Solche Aufzeichnungen sind deshalb wertvoll und problematisch zugleich. Sie bewahren die Spuren eines Lebens, das sonst vollständig vergessen wäre. Aber sie zeigen dieses Leben durch einen Blick, der von Misstrauen, moralischen Vorstellungen und dem Willen zur Kontrolle geprägt war. Die Richter wollten nicht verstehen, wer Katherina war. Sie wollten feststellen, ob ihr Verhalten bestraft werden musste.
Geschlechterrollen waren nie so eindeutig, wie manche glauben
Wer heute behauptet, es habe immer nur zwei klar getrennte Geschlechter mit festgelegten Rollen gegeben, sollte einen Blick in die Geschichte werfen.
Natürlich kannten die Menschen des 15. Jahrhunderts feste Vorstellungen davon, was Männer und Frauen waren und zu tun hatten. Diese Vorstellungen waren tief in Religion, Recht und sozialer Ordnung verankert. Daraus folgt aber nicht, dass sich alle daran hielten oder dass die Lebenswirklichkeit tatsächlich so eindeutig war.
Katherina Hetzeldorfer zeigt, dass Menschen diese Grenzen schon vor Jahrhunderten überschritten haben. Sie lebte rund zwei Jahre in Speyer, bevor die Behörden eingriffen. In dieser Zeit muss es Menschen gegeben haben, die ihre Lebensweise bemerkten und sie dennoch nicht sofort anzeigten. Ähnlich konnte Catharina Margaretha Linck über viele Jahre an wechselnden Orten als Mann leben, arbeiten und heiraten. [7, 10]
Das macht das ausgehende Mittelalter nicht zu einer toleranten Epoche. Katherinas Hinrichtung beweist das Gegenteil. Doch gerade die Tatsache, dass Obrigkeiten solche Lebensweisen verfolgten und spätere Gesetzbücher sie ausdrücklich unter Strafe stellten, belegt, dass es sie gab. Wären Menschen erst durch moderne Entwicklungen auf den Gedanken gekommen, anders zu leben als erwartet, gäbe es kein Gerichtsprotokoll aus dem Jahr 1477 und keinen Artikel 116 der Carolina.
Geschlechtliche Vielfalt ist keine Erfindung unserer Zeit. Neu sind vor allem die Begriffe, mit denen wir sie beschreiben, und die Freiheit, offen darüber zu sprechen.
Ein Name, der nicht vergessen werden sollte
Katherina Hetzeldorfer starb 1477 im Rhein. Wir wissen nicht, wie alt sie war. Wir wissen nicht, ob sie sich als Mann verstand. Wir wissen nicht einmal, wie sie ihr Leben beschrieben hätte, wenn man ihr erlaubt hätte, frei davon zu erzählen.
Geblieben sind drei Seiten eines Gerichtsprotokolls und die Erinnerung an einen Menschen, der außerhalb der vorgegebenen Geschlechterordnung lebte.
Ich möchte Katherina keine Identität zuschreiben, die sie vielleicht nie für sich beansprucht hätte. Ebenso wenig möchte ich ihr diese Möglichkeit absprechen. Sie verdient es, dass wir ihre Geschichte erzählen, ohne sie zu vereinnahmen.
Für mich ist das der Kern jeder Beschäftigung mit trans und queerer Geschichte. Wir müssen nicht jeden Menschen der Vergangenheit eindeutig einer heutigen Kategorie zuordnen, um zu erkennen, dass geschlechtliche und sexuelle Vielfalt schon immer zum menschlichen Leben gehörte. Katherinas Geschichte erinnert uns zugleich daran, welchen Preis Menschen zahlen konnten, wenn sie die ihnen zugedachten Grenzen überschritten.
Fast 550 Jahre später können wir Katherina nicht mehr fragen, wer sie war. Aber wir können dafür sorgen, dass ihr Name nicht nur in den Akten derer weiterlebt, die sie zum Tode verurteilten.
Auch das bedeutet es, queere und trans Geschichte sichtbar zu machen.
Eure, Lizbeth
Quellen
Puff, Helmut (2000): Female Sodomy: The Trial of Katherina Hetzeldorfer (1477). Journal of Medieval and Early Modern Studies, 30(1), S. 41-61. Mit Edition und englischer Übersetzung des Gerichtsdokuments. DOI: 10.1215/10829636-30-1-41
Puff, Helmut (1999): Weibliche Sodomie. Der Prozeß gegen Katharina Hetzeldorfer und die Rhetorik des Unaussprechlichen an der Wende vom Mittelalter zur frühen Neuzeit. Historische Anthropologie, 7(3), S. 364-380. Bibliografischer Nachweis
Puff, Helmut (2003): Sodomy in Reformation Germany and Switzerland, 1400-1600. University of Chicago Press, insbesondere S. 32-33. ISBN 978-0-226-68505-2. Google Books
Puff, Helmut (2018): "Mann mit Mann, Weib mit Weib": Gleichgeschlechtliche Liebe in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. In: Cüppers, Martin; Domeier, Norman (Hrsg.): Späte Aufarbeitung. LSBTTIQ-Lebenswelten im deutschen Südwesten. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Landeskundliche Reihe Bd. 50. Publikationsseite, PDF
Traub, Valerie (2002): The Renaissance of Lesbianism in Early Modern England. Cambridge University Press (Cambridge Studies in Renaissance Literature and Culture, 42). ISBN 978-0-521-44885-7. Leseprobe Cambridge University Press
Brodell, Ria (2012): Katherina Hetzeldorfer, c. 1477 Germany. Gouache auf Papier aus der Reihe Butch Heroes, Sammlung des Davis Museum am Wellesley College, mit Begleittext auf Grundlage der Arbeiten von Helmut Puff und Leila J. Rupp. Ria Brodell
Steidele, Angela (2021): In Männerkleidern. Das verwegene Leben der Catharina Margaretha Linck alias Anastasius Lagrantinus Rosenstengel, hingerichtet 1721. Biographie und Dokumentation. Erweiterte Neuausgabe, Insel Verlag, Berlin (Erstausgabe Böhlau, Köln 2004). ISBN 978-3-458-68340-7. Leseprobe Insel Verlag
Eriksson, Brigitte (1981): A Lesbian Execution in Germany, 1721: The Trial Records. Journal of Homosexuality, 6(1-2), S. 27-40. Bibliografischer Nachweis
Kohler, Josef; Scheel, Willy (Hrsg.): Die Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. Constitutio Criminalis Carolina. Ausgabe für Studierende, Art. 116. Internet Archive
Stadt Münster: Gedenktafel Catharina Margaretha Linck / Anastasius Lagrantinus Rosenstengel. stadt-muenster.de




Kommentare