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Rechte werden nicht einfach geschenkt, sie werden erkämpft und verteidigt.

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Sylvia Rivera – Freiheit bedeutet, niemanden zurückzulassen

Autorenbild: Lizbeth
Lizbeth
vor 11 Minuten
11 Min. Lesezeit
Sylvia Rivera with STAR banner
Sylvia Rivera (wikipedia)

Manchmal stoße ich auf eine Person, von der ich vorher kaum etwas wusste, und frage mich danach ernsthaft: Warum habe ich von ihr nicht schon viel früher gehört? Bei Sylvia Rivera ging es mir genau so.

Je mehr ich über sie gelesen habe, desto interessanter wurde ihre Geschichte für mich. Sie gehörte zu den frühen Stimmen für trans Menschen. Aber vor allem vertrat sie etwas, das auch heute noch erstaunlich aktuell ist: Eine Gemeinschaft ist nur dann wirklich stark, wenn sie ihre schwächsten und unbequemsten Mitglieder nicht zurücklässt. Genau darum kämpfte Sylvia Rivera praktisch ihr ganzes Leben, und zwar in einer Härte, die sich in den freundlichen Pride-Erzählungen von heute kaum wiederfindet. [1]

Wer war Sylvia Rivera?

Sylvia Rivera wurde am 2. Juli 1951 in New York City geboren. Ihr Vater stammte aus Puerto Rico, ihre Mutter aus Venezuela. [1] Ihre Kindheit war von Verlust und Gewalt geprägt: Der Vater war abwesend, die Mutter starb durch Suizid, als Rivera drei Jahre alt war. Sie wuchs bei ihrer Großmutter auf, die ihr feminines Auftreten ablehnte und sie dafür schlug. Nachdem sie in der sechsten Klasse auf dem Schulhof angegriffen worden war, wurde sie zusätzlich für eine Woche vom Unterricht ausgeschlossen. [1, 3]

Mit elf Jahren verließ sie ihr Zuhause und lebte auf der Straße. In der Gegend um die 42nd Street wurde sie sexuell ausgebeutet, ein Umstand, den die meisten Biografien mit dem verharmlosenden Begriff Sexarbeit belegen, der bei einem Kind aber schlicht Ausbeutung heißt. [1, 3] Dort fand sie zugleich Anschluss an eine Szene queerer und geschlechtlich nicht-konformer Menschen, die für sie zur ersten funktionierenden sozialen Struktur wurde.

1963 lernte sie Marsha P. Johnson kennen, eine schwarze Aktivistin und selbstbezeichnete Drag Queen, die ähnliche Ausgrenzungserfahrungen machte. Über Johnson sagte Rivera später, sie sei ihr wie eine Mutter gewesen. [1] Aus dieser Beziehung entstand eine der folgenreichsten politischen Partnerschaften der frühen US-amerikanischen Befreiungsbewegung.

Wichtig ist dabei ein sprachlicher Vorbehalt. Rivera verwendete im Laufe ihres Lebens unterschiedliche Selbstbezeichnungen, am häufigsten drag queen, später auch transgender. Heute wird sie überwiegend als trans Frau beschrieben, und das ist in der Sache richtig, doch unsere gegenwärtige Terminologie lässt sich nicht bruchlos auf Menschen übertragen, die Jahrzehnte früher aktiv waren. Das Smithsonian weist bei Marsha P. Johnson ausdrücklich darauf hin, dass sie den Begriff transgender nie für sich verwendete, weil er sich erst nach ihrem Tod 1992 durchsetzte. [2] Die Begriffe haben sich verändert. Der Kampf dahinter leider deutlich weniger.

Stonewall und das Problem mit den Gründungsmythen

Wenn man über Sylvia Rivera liest, landet man schnell bei den Stonewall-Aufständen von 1969. Nach jahrelangen Razzien und Schikanen widersetzten sich in der Nacht zum 28. Juni 1969 Gäste des Stonewall Inn und Menschen aus der Umgebung einer weiteren Polizeirazzia. Die Auseinandersetzungen dauerten sechs Tage. [2]

Um diese Nacht sind zahlreiche Legenden entstanden, allen voran die Frage, wer den ersten Stein, die erste Flasche oder den ersten Molotowcocktail geworfen habe. Rivera selbst erzählte in Interviews, sie habe nicht den ersten, aber den zweiten Molotowcocktail geworfen, und sie sei sechs Nächte lang nicht nach Hause gegangen. [1]

An dieser Stelle muss man historisch sauber bleiben, auch wenn es unbequem ist. Riveras Anwesenheit in der ersten Nacht ist in der Forschung umstritten. David Carter, Autor der bislang detailliertesten Rekonstruktion des Aufstands, fand keine belastbare Zeugenaussage, die ihre Beteiligung in der ersten Nacht bestätigt. Er berichtet, dass Marsha P. Johnson sich nicht daran habe erinnern können, dass Rivera dort gewesen sei. Stephan L. Cohen wiederum zitiert Riveras langjährigen Freund und Stonewall-Veteranen Bob Kohler, dem gegenüber Rivera privat eingeräumt habe, nicht beteiligt gewesen zu sein. [5, 6] Martin Duberman hingegen platziert sie in seiner Darstellung von 1993 in der ersten Nacht mitten im Geschehen. Auch Johnson selbst hat mehrfach betont, dass sie erst eintraf, als der Aufstand bereits im Gange war. [2, 6]

Ich halte diese Unklarheit nicht für ein Problem, sondern für eine Chance. Denn die Fixierung auf den ersten Stein erzählt ohnehin die falsche Geschichte. Sie macht aus einem kollektiven, chaotischen, von obdachlosen Jugendlichen, Drag Queens, Butch-Lesben und Barbesucher:innen getragenen Ereignis eine Heldinnenlegende mit Hauptrolle. Und sie verlagert Riveras Bedeutung ausgerechnet auf die eine Nacht, in der sie möglicherweise gar nicht dabei war, anstatt auf die dreißig Jahre danach, in denen sie sich nachweislich für die Rechte der Gemeinschaft eingesetzt hat.

STAR: Aktivismus, der nicht bei der Demonstration aufhört

1970 gründete Rivera gemeinsam mit Marsha P. Johnson die Street Transvestite Action Revolutionaries, kurz STAR. [2, 7] Das Museum of the City of New York bezeichnet STAR als die erste Organisation in den Vereinigten Staaten, die sich ausdrücklich um trans Rechte und geschlechtliche Selbstbestimmung organisierte, und das zu einer Zeit, in der der Begriff transgender noch kaum verbreitet war. [9]

Hier wird Riveras Vorstellung von Aktivismus für mich besonders interessant, denn Rivera und Johnson wollten nicht einfach politische Forderungen formulieren. Sie kümmerten sich um Menschen, die praktisch niemand haben wollte: obdachlose queere Jugendliche, trans und geschlechtlich nicht-konforme Menschen, Personen ohne Geld und ohne sicheren Ort zum Leben.

Das war keine symbolische Geste. Riveras eigene Beschreibung aus dem Jahr 1998 klingt entsprechend nüchtern: Sie und Johnson hätten entschieden, einander und den anderen Kids zu helfen, Menschen zu ernähren und zu kleiden, das Gebäude am Laufen zu halten und dafür auf der Straße zu arbeiten, um die Miete zu bezahlen. [4] Obwohl Rivera selbst erst neunzehn Jahre alt war, wurde sie für viele Bewohner:innen zur Bezugsperson. [1, 4]

Rivera betrachtete soziale Probleme dabei nicht voneinander getrennt. Armut, Wohnungslosigkeit, Rassismus, Geschlechtsidentität, Kriminalisierung und wirtschaftlicher Ausschluss bedingten sich in ihrer Analyse gegenseitig. Heute würden wir einen solchen Blick vermutlich interdisziplinär nennen. Rivera musste dafür kein Fachwort kennen, sie lebte diese Idee.

Die 213 East 2nd Street

Das konkrete Herzstück dieser Arbeit war das STAR House. Nachdem Rivera und rund zwei Dutzend junge Menschen zeitweise in einem abgestellten Lastwagenanhänger in Greenwich Village gelebt hatten, mieteten Rivera und Johnson ein heruntergekommenes Mietshaus in der 213 East 2nd Street im East Village. [7, 8] Das Haus diente von etwa November 1970 bis Juli 1971 als Zufluchtsort für wohnungslose trans Jugendliche und gilt als erste Unterkunft dieser Art in den Vereinigten Staaten. [7, 9]

Die Bedingungen waren desolat. Rivera erinnerte sich 1979 daran, dass es sich um vier Zimmer gehandelt habe und dass der Vermieter den Strom abgestellt hatte. [7] Im Juli 1971, gerade einmal acht Monate nach dem Einzug, wurden die Bewohner:innen wegen ausstehender Mietzahlungen zwangsgeräumt. Das Gebäude wurde später abgerissen; auf dem Grundstück steht heute ein Neubau. [8]

Acht Monate. Das ist die reale Lebensdauer eines Projekts, das heute in jeder Pride-Rede als Meilenstein zitiert wird. Genau diese Diskrepanz zwischen der symbolischen Verehrung im Rückblick und der materiellen Unterstützung in der Gegenwart ist der Punkt, an dem Riveras Kritik ansetzte.

Der Bruch innerhalb der eigenen Bewegung

Das vielleicht Wichtigste an Sylvia Riveras Geschichte ist für mich etwas anderes als Stonewall oder STAR. Sie kämpfte nicht nur gegen eine Gesellschaft, die homosexuelle, queere und trans Menschen diskriminierte, sondern gleichzeitig innerhalb der eigenen Bewegung.

Mit wachsendem politischem Einfluss entstand dort ein Konflikt darüber, wer sichtbar sein sollte und welche Forderungen als durchsetzbar galten. Die nach Stonewall gegründete Gay Activists Alliance wies die Rolle, die trans Menschen und insbesondere trans People of Color beim Aufstand gespielt hatten, wiederholt zurück. [1, 4] Das Smithsonian formuliert es deutlich: Rivera erlebte als Latina und trans Frau Diskriminierung durch etablierte Organisationen, die überwiegend von weißen Männern geführt wurden. [2]

Das Sylvia Rivera Law Project beschreibt sie rückblickend als unermüdliche Fürsprecherin all jener, die im Zuge der Mainstream-Werdung der Homosexuellenbewegung marginalisiert wurden. [13] Ihre Haltung lässt sich für mich ungefähr so zusammenfassen: Wir können nicht Gleichberechtigung verlangen und gleichzeitig diejenigen aussortieren, deren Leben für die Mehrheitsgesellschaft zu unbequem erscheint.

Es ist sehr einfach, Solidarität zu fordern, solange sie nichts kostet. Interessant wird es erst dann, wenn Solidarität einen politischen Preis hat, wenn also die Aufnahme der unbequemsten Gruppe die Chancen auf einen schnellen Teilerfolg für alle anderen verringert.

24. Juni 1973: eine Stimme, die nicht verstummen wollte

Am deutlichsten wurde dieser Konflikt beim vierten Christopher Street Liberation Day Rally am 24. Juni 1973 im Washington Square Park. Die Organisator:innen hatten Drag Queens von der Teilnahme ausgeschlossen; Rivera und Johnson liefen daraufhin vor dem eigentlichen Zug her. [2] Auf der Bühne argumentierte die lesbische Aktivistin Jean O'Leary, Gründerin der Lesbian Feminist Liberation, gegen die Einbeziehung von Drag Queens und trans Frauen in die Bewegung. [10]

Rivera erkämpfte sich das Mikrofon und hielt gegen ein feindseliges, buhendes Publikum eine rund vierminütige Rede, die heute als "Y'all Better Quiet Down" bekannt ist. [10, 11] Sie sprach über inhaftierte queere Menschen, die STAR anschrieben, weil sie sonst niemanden hatten. Sie sprach über sexualisierte Gewalt in Gefängnissen, über Armut und über die Kosten geschlechtsangleichender Behandlungen. Und sie warf dem Publikum vor, ein weißer Mittelschichtsclub zu sein. [11]

Aus heutiger Sicht wirkt das beinahe paradox. Eine Frau, die Jahrzehnte später als Pionierin queerer Geschichte gewürdigt wird, musste damals innerhalb genau dieser Bewegung darum kämpfen, überhaupt gehört zu werden. Geschichte ist eben selten so sauber, wie wir sie später erzählen.

Rückzug, Wiederkehr, Transy House

Riveras Leben verlief nicht wie die perfekte Biografie einer historischen Heldin. Auf Phasen intensiven Aktivismus folgten Rückzug und persönliche Krisen. Armut, Wohnungslosigkeit und Suchterkrankung waren für sie keine abstrakten politischen Themen, sondern Alltag. Nach einem Suizidversuch brachte Johnson sie ins Krankenhaus und half ihr zurück; anschließend zog Rivera sich für längere Zeit aus New York und aus dem Aktivismus zurück. [1]

1992 kehrte sie nach New York zurück, nachdem Marsha P. Johnson gestorben war. 1994 erhielt Rivera einen Ehrenplatz beim Marsch zum 25. Jahrestag von Stonewall. Über diesen Tag sagte sie 1995 der New York Times sinngemäß, die Bewegung habe sie ins Regal gestellt, dann wieder heruntergeholt und abgestaubt, und trotzdem sei es schön gewesen, weil junge Menschen ihr vom Bürgersteig aus zugerufen hätten, dass sie wüssten, was sie getan habe. [1]

1997 gründete sie in Park Slope in Brooklyn das Transy House, ausdrücklich nach dem Vorbild des STAR House. [1] Anfang 2001 belebte sie STAR neu, unter anderem, um auf den Mord an der trans Frau Amanda Milan aufmerksam zu machen und um für die New Yorker Transgender Rights Bill zu kämpfen. [12]

Sie sprach also nicht über Menschen am Rand, weil das ein interessantes politisches Thema war. Sie gehörte selbst immer wieder zu ihnen und kam trotzdem zurück.

SONDA: der Konflikt, der sie bis zuletzt begleitete

Riveras letzter großer Kampf war zugleich der exemplarischste. Es ging um den Sexual Orientation Non-Discrimination Act (SONDA), ein New Yorker Gesetz gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, das seit 1971 immer wieder eingebracht worden war. Rivera kritisierte öffentlich und scharf, dass der Entwurf Geschlechtsidentität und Geschlechtsausdruck nicht einschloss. [13]

Sylvia Rivera starb am 19. Februar 2002 im Alter von fünfzig Jahren im St. Vincent's Hospital in Manhattan an den Folgen einer Lebererkrankung. Ihre Partnerin Julia Murray war bei ihr. [1] Noch auf dem Sterbebett traf sie sich mit Vertretern der Empire State Pride Agenda, um über die Einbeziehung von trans Menschen in deren politische Agenda zu verhandeln. [12, 14]

Zehn Monate später, am 17. Dezember 2002, wurde SONDA verabschiedet und trat am 16. Januar 2003 in Kraft. Geschlechtsidentität und Geschlechtsausdruck waren nicht enthalten. [15] Bis diese Lücke geschlossen wurde, vergingen weitere sechzehn Jahre: Erst der Gender Expression Non-Discrimination Act (GENDA) vom 25. Januar 2019 nahm Geschlechtsidentität und Geschlechtsausdruck in das New Yorker Antidiskriminierungsrecht auf. [14, 16]

Rivera hatte recht... aus dem Versprechen, trans Menschen später mitzunehmen, wurde in New York eine Wartezeit von siebzehn Jahren, und Rivera selbst hat das Ergebnis nicht mehr erlebt. Sie hatte bereits Jahrzehnte zuvor erlebt, wie schnell aus einem "später" ein "vielleicht irgendwann" wird.

Ein Nachleben in Namen und Institutionen

Im August 2002, ein halbes Jahr nach ihrem Tod, gründete der Jurist Dean Spade das Sylvia Rivera Law Project. Die Organisation arbeitet dafür, dass alle Menschen ihre Geschlechtsidentität und ihren Geschlechtsausdruck selbst bestimmen können, unabhängig von Einkommen oder ethnischer Zuschreibung und ohne Belästigung, Diskriminierung oder Gewalt. [13, 17] Sie entstand ausdrücklich aus der Beobachtung heraus, dass Armut und Masseninhaftierung in trans Communities of Color politische Teilhabe verhindern, und wurde 2003 in ein Kollektiv überführt, dessen Kernstruktur mehrheitlich aus People of Color und trans Personen besteht. [17]

2005 wurde die Kreuzung Christopher Street und Hudson Street in Greenwich Village zusätzlich Sylvia Rivera Way benannt. 2015 nahm die National Portrait Gallery in Washington eine Fotografie Riveras in ihre Sammlung auf, womit sie als erste trans Aktivistin dort vertreten war. [1, 4] Das 2019 angekündigte Denkmal für Rivera und Johnson im Rahmen der Initiative She Built NYC war ursprünglich für 2021 vorgesehen, wurde durch die Pandemie gestoppt und war auch bei der offiziellen Wiederaufnahme des Programms im März 2024 noch nicht in die Planungsphase eingetreten. [18]

Auch das ist eine Pointe, die sich Rivera vermutlich nicht hätte entgehen lassen: Ein Denkmal für die Frau, die davor warnte, dass Anerkennung immer später kommt, wartet seit über sieben Jahren auf seine Umsetzung.

Was ich aus ihrer Geschichte mitnehme

Je länger ich mich mit Sylvia Rivera beschäftigt habe, desto weniger finde ich, dass ihr Vermächtnis ausschließlich eine Geschichte über Transrechte ist. Für mich geht es um eine grundsätzlichere Frage: Wie behandeln wir die Menschen innerhalb einer Gemeinschaft, die am wenigsten Macht haben? Nehmen wir sie mit, hören wir ihnen zu oder erklären wir irgendwann, dass ihre Probleme gerade leider nicht in unsere Strategie passen?

Das gilt für politische Bewegungen, es gilt für Gesellschaften, und, offen gesagt, gilt es für fast jede Gemeinschaft. Zusammenhalt zeigt sich nicht daran, wie wir mit den beliebtesten, stärksten oder angenehmsten Menschen umgehen. Er zeigt sich daran, was passiert, wenn jemand unbequem wird, Hilfe braucht oder nicht perfekt ins Bild passt.

Die aktuelle Debattenlage macht diese Frage nicht kleiner, sondern größer. Wenn heute darüber gestritten wird, ob Transrechte einer breiteren queeren Akzeptanz im Weg stehen, dann ist das exakt dasselbe Argument, das Rivera 1973 im Washington Square Park entgegengehalten wurde, und das 2002 in New York Gesetz geworden ist. Wir kennen also das Ergebnis dieses Experiments bereits.

Vielleicht lässt sich Riveras Haltung deshalb für mich am besten in einem einzigen Gedanken zusammenfassen: Freiheit ist nicht erreicht, solange sie nicht allen gehört. Das ist bewusst kein historisches, sondern meine Zusammenfassung dessen, was ich aus ihrer Geschichte mitnehme.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich froh bin, über sie gestolpert zu sein.

Eure, Lizbeth

Quellen und weiterführende Links

  1. Emma Rothberg: Sylvia Rivera. National Women's History Museum, März 2021. Ausführliche Biografie zu Kindheit, Stonewall, STAR, Rückzug, Transy House, Tod und Nachleben. https://www.womenshistory.org/education-resources/biographies/sylvia-rivera

  2. Marsha Johnson, Sylvia Rivera, and the History of Pride Month. Smithsonian Institution, 7. Juni 2021. Historische Einordnung von Stonewall, STAR House, Terminologie und dem Ausschluss von Drag Queens beim Marsch 1973. https://www.si.edu/stories/marsha-johnson-sylvia-rivera-and-history-pride-month

  3. Enduring Changemaker: Sylvia Rivera. Smithsonian, Resilience. Zu Herkunft, Kindheit, Straßenleben und Riveras Kritik an einer Bewegung, die sich von radikalen Positionen distanzierte. https://resilience.si.edu/story/resilient-lgbtq-activist-changemaker-sylvia-rivera

  4. Ana Perry: Sylvia Rivera. Activist and Trailblazer. Face to Face Blog, National Portrait Gallery, Smithsonian Institution. Zur Aufnahme Riveras in die Sammlung, zum Verhältnis zur Gay Activists Alliance und zu STAR House. https://npg.si.edu/blog/welcome-collection-sylvia-rivera

  5. It Doesn't Matter Who Threw the First Brick at Stonewall. The Nation, 2019. Zusammenfassung der Forschungslage zu Riveras Anwesenheit in der ersten Nacht, mit Bezug auf David Carter und Stephan L. Cohen. https://www.thenation.com/article/archive/trans-black-stonewall-rivera-storme/

  6. Stonewall 50, Episode 2: "Everything Clicked… And the Riot Was On". Making Gay History. Zeitzeugeninterviews und Anmerkungen zur Quellenlage rund um Rivera und Johnson in der Nacht des Aufstands. https://makinggayhistory.org/podcast/stonewall-50-episode-2-everything-clicked-and-the-riot-was-on/

  7. Marsha P. Johnson's Place(s) in NYC's LGBT History. NYC LGBT Historic Sites Project, 6. Oktober 2017. Gründung von STAR 1970, Adresse und Betriebszeitraum des STAR House von November 1970 bis Juli 1971. https://www.nyclgbtsites.org/2017/10/06/marsha-p-johnsons-places-in-nycs-lgbt-history/

  8. Revolutionaries on East Second Street: The STAR House. Village Preservation, 29. Oktober 2020. Zur Zwangsräumung im Juli 1971, zum späteren Abriss des Gebäudes und zu wiedergefundenen Tonaufnahmen von 1970. https://villagepreservation.org/2020/10/29/revolutionaries-on-east-second-street-the-star-house/

  9. When Existence is Resistance. Museum of the City of New York. Einordnung von STAR als erste explizit um trans Rechte organisierte Gruppe der USA und von STAR House als erste Unterkunft dieser Art. https://www.mcny.org/exhibition/when-existence-resistance

  10. Y'all Better Quiet Down. The Gay & Lesbian Review. Zum Ablauf des Christopher Street Liberation Day Rally am 24. Juni 1973 und zur Auseinandersetzung mit Jean O'Leary. https://glreview.org/yall-better-quiet-down/

  11. Sylvia Rivera: "Y'all Better Quiet Down". Originalaufnahme, LoveTapesCollective, 24. Juni 1973. Primärquelle der Rede im Washington Square Park. https://vimeo.com/234353103

  12. "Hell Hath No Fury like a Drag Queen Scorned": Sylvia Rivera's Activism, Resistance, and Resilience. OutHistory, Challenging Gender Boundaries. Zur Wiederbelebung von STAR im Januar 2001, zum Fall Amanda Milan und zu Riveras letzten Lebensjahren. https://outhistory.org/exhibits/show/tgi-bios/sylvia-rivera

  13. Who was Sylvia Rivera? Sylvia Rivera Law Project. Selbstdarstellung der Organisation zu Riveras Kampf gegen den Ausschluss von trans Menschen aus SONDA. https://srlp.org/about/who-was-sylvia-rivera/

  14. We Can't Forget the Legacy of Sylvia Rivera This Latinx Heritage Month. Lambda Legal, 19. September 2023. Zum Treffen mit der Empire State Pride Agenda, zur Verabschiedung von SONDA ohne Schutz der Geschlechtsidentität und zur späteren Verabschiedung von GENDA. https://lambdalegal.org/blogs/us_20230919_latinx-month-sylvia-rivera-trans-history-legacy/

  15. What is the Sexual Orientation Non-Discrimination Act? Office of the New York State Attorney General. Amtliche Darstellung von Inhalt, Verabschiedung Ende 2002 und Inkrafttreten am 16. Januar 2003. https://ag.ny.gov/resources/individuals/civil-rights/sexual-orientation-non-discrimination-act-sonda

  16. GENDA: Know Your Rights. Office of the Governor of New York. Amtliche Darstellung des Gender Expression Non-Discrimination Act, unterzeichnet am 25. Januar 2019. https://www.governor.ny.gov/advancing-lgbtq-equality/genda-know-your-rights

  17. SRLP History. Sylvia Rivera Law Project. Gründung im August 2002 durch Dean Spade, Überführung in eine Kollektivstruktur 2003 und heutige Zusammensetzung. https://srlp.org/about/srlp-history/

  18. Mayor Adams to Revive Creation of Paused Monuments Honoring New York City Women. New York City Mayor's Office, 28. März 2024. Zum Stand der Initiative She Built NYC und zur pandemiebedingten Verzögerung der 2019 angekündigten Denkmalprojekte. https://www.nyc.gov/mayors-office/news/2024/03/mayor-adams-revive-creation-paused-monuments-honoring-new-york-city-women

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