Ein Coming Out unterstützen: So reagierst du richtig
- Lizbeth

- 13. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Ein Coming Out ist ein großer Schritt. Es braucht Mut, Vertrauen und oft auch viel innere Arbeit, bevor jemand diesen Moment wagt. Wenn dir also jemand anvertraut, queer oder trans* zu sein, ist das ein Zeichen tiefen Vertrauens. Wie du in diesem Moment reagierst, kann entscheidend sein für euer Verhältnis und für die Sicherheit, die diese Person in ihrer Identität empfindet.
Was du tun solltest
Zeige zuerst Dankbarkeit. Dass jemand dich einweiht, bedeutet, dass du als vertrauenswürdig giltst. Sag das ruhig: "Danke, dass du mir das erzählst." oder "Ich weiß das Vertrauen sehr zu schätzen."
Ebenso wichtig ist, dass du nachfragst, wie du unterstützen kannst. Du musst nicht sofort alles wissen. Zuhören reicht oft schon. Eine einfache Frage wie "Wie kann ich dich am besten unterstützen?" öffnet Raum für ehrliche Antworten.
Frage außerdem, wer bereits davon weiß. Nicht jedes Coming Out ist öffentlich. Es ist hilfreich zu wissen, mit wem du offen reden darfst und mit wem nicht. So vermeidest du unbeabsichtigt, die Person zu "outen".
Und schließlich: bleib offen und interessiert. Du musst keine perfekten Worte finden. Empathie und echtes Interesse sind wichtiger als jede Theorie.
Was du vermeiden solltest
Spiele die Bedeutung des Moments nicht herunter. Sätze wie "Ach, das ist doch heutzutage nichts Besonderes mehr." mögen gut gemeint sein, nehmen dem Gegenüber aber die Tiefe des Erlebten. Für viele ist ein Coming Out immer noch mit Angst, Unsicherheit und möglichen Konsequenzen verbunden.
Erzähle auch niemand anderem davon. Die Entscheidung, wer es erfährt, liegt allein bei der Person selbst. Ein Coming Out ist keine Neuigkeit, die man weiterträgt, sondern ein Geschenk, das man behutsam bewahrt.
Und bitte: stelle keine intimen Fragen über Körper, Sexualleben oder medizinische Themen. Solche Fragen sind grenzüberschreitend und verletzend und haben mit Vertrauen nichts zu tun.
Coming Out ist kein einmaliger Moment
Ein Coming Out passiert fast nie nur einmal. Viele Menschen müssen sich immer wieder neu erklären: Im Freundeskreis, im Beruf, bei Ärzt:innen oder im Alltag... Jede Person hat ihr eigenes Tempo, ihre eigene Geschichte und ihre eigenen Grenzen.
Wenn du jemanden begleitest, der sich dir anvertraut hat, denk daran, dass deine Reaktion dazu beitragen kann, dass sich diese Person sicherer und freier fühlt oder eben das Gegenteil. Sei einfach da, mit offenem Herzen und offenem Ohr. Das ist oft schon alles, was gebraucht wird.
Eure, Lizbeth



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